Universität Fribourg Université de Fribourg Suisse | Universität Freiburg Schweiz Studienangebot

 

Chemie

Kurzbeschreibung

Die Chemie ist eine Wissenschaft, die untersucht, wie Atome in Molekülen, Werkstoffen und lebenden Organismen angeordnet sind und wie sich diese neu sortieren und so fast alle Prozesse des Alltags beeinflussen.
Im ersten Jahr des Masterstudiums werden aus dem folgenden Kursangebot vier Module ausgewählt: höhere organische Chemie, analytische Chemie, hoch entwickelte synthetische Werkzeuge, höhere anorganische Chemie, Werkstoffe, Polymere und industrielle Chemie. Die Hälfte des Studienprogramms widmet sich zudem der Laborarbeit und dem Erwerb von Fähigkeiten zur Synthetisierung von chemischen Verbindungen, zur Charakterisierung ihrer Eigenschaften und zur Bestimmung der Struktur unbekannter chemischer Verbindungen. Die Studierenden lernen in Abhängigkeit von den gewählten Modulen, hoch entwickelte synthetische, analytische, spektroskopische, theoretische oder industrielle Werkzeuge zu beherrschen. Die letzten sechs Monate sind der Masterarbeit vorbehalten, die im Rahmen kreativer Forschung in einer der Forschungsgruppen des Departements für Chemie erarbeitet wird.

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Profil des Studienprogramms

Motivation
Die Chemie ist eine Wissenschaft, die untersucht, wie Atome in Molekülen, Werkstoffen und lebenden Organismen angeordnet sind und wie sich diese neu sortieren und so fast alle Prozesse des Alltags beeinflussen. Chemikerinnen und Chemiker verfügen über ein tiefgründiges Wissen der diesen Prozessen zugrunde liegenden Gesetze. Noch wichtiger ist jedoch, dass die Chemie ein schöpferisches Handwerk ist: Chemikerinnen und Chemiker widmen sich der Suche nach der Struktur unbekannter Materialien und der Schaffung neuer Moleküle und Werkstoffe, die im Universum noch nicht existierten und über nützliche Eigenschaften verfügen. So geben beispielsweise organische Leuchtdioden, sogenannte OLEDs, bei Anlegung einer Spannung Licht ab. Jedes Mitglied unserer modernen Gesellschaft ist ständig – meist, ohne dass es sich dessen bewusst ist – mit den Errungenschaften der Chemie konfrontiert, wie z.B. hoch entwickelten Polymeren in Zügen, Autos, Häusern, Mobiltelefonen und praktisch jedem anderen alltäglichen Gegenstand. Auch Medikamente und die Überwachung der Lebensmittel- und Umweltsicherheit stützen sich auf chemische Errungenschaften. Die kommenden Generationen – und damit auch Sie! – stehen vor den grössten Herausforderungen. So braucht die Menschheit Prozesse und Werkstoffe, welche die Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Energieerzeugung überflüssig machen, oder Medikamente zur Behandlung bisher unheilbarer Krankheiten oder verbesserte OLEDs mit einer längeren Lebensdauer, die energieeffizienter sind und sich auch für grosse Beleuchtungssysteme oder die Alltagsbeleuchtung eignen. Das Studium der Chemie bringt die Designer und kreativen Handwerker hervor, die zur Entwicklung dieser neuen Werkstoffe und Prozesse benötigt werden.

Ziele
Die Studierenden lernen in Abhängigkeit von den gewählten Modulen, hoch entwickelte synthetische, analytische, spektroskopische, theoretische oder industrielle Werkzeuge zu beherrschen. Im ersten Studienjahr werden vier aus dem insgesamt sechs Modulen umfassenden Angebot des Departements für Chemie ausgewählt:

  • Modul «Höhere organische Chemie» mit folgenden Themen: bioorganische Chemie, physikalische organische Chemie, ausgewählte Themen der organischen Chemie und Literaturstudie zur organischen Chemie;
  • Modul «Analytische Chemie» mit folgenden Themen: analytische Chemie (Teile A und B) und Seminar zur analytischen Chemie;
  • Modul «Hoch entwickelte synthetische Werkzeuge» mit folgenden Themen: Synthese komplexer Moleküle, organometallische Chemie, Chemie ungepaarter Elektronen und Seminar zu hoch entwickelten synthetischen Methoden;
  • Modul «Höhere anorganische Chemie» mit folgenden Themen: supramolekulare Chemie, elektronische Struktur komplexer Materialien, molekularer Magnetismus, bioanorganische Chemie, Seminar zur anorganischen Chemie;
  • Modul «Werkstoffe» mit folgenden Themen: Nanomaterialien, Kristallografie, Kristallwachstum und -technologie, Festkörperchemie und Seminar zu Werkstoffen;
  • Modul «Polymere» mit folgenden Themen: Polymerwissenschaft I und II.

Zudem kann ein Modul «Industrielle Chemie» an der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg EIA-HTA (Fachhochschule Westschweiz HES-SO) belegt werden.

Jedes Modul besteht aus Vorlesungen, in denen die Studierenden neues Wissen und die Fähigkeit zur Entwicklung synthetischer Lösungen, zur Interpretation von Spektren usw. erwerben. In anderen Seminaren wird vermittelt, wie Literatur studiert oder über Wissenschaft kommuniziert wird. Und da Chemie nicht nur mit Wissen, sondern vielleicht vor allem auch mit «Tatkraft» in Bezug gebracht wird, verbringen die Studierenden bald die Hälfte ihrer Studienzeit in Laboren. Dort lernen sie, gewünschte chemische Verbindungen herzustellen (zu synthetisieren), deren Eigenschaften zu charakterisieren und die Struktur unbekannter chemischer Verbindungen zu bestimmen.
Die letzten sechs Monate sind der Masterarbeit vorbehalten, die den Studierenden die Möglichkeit gibt, an «realer» kreativer Forschung mitzuwirken. Dabei können sie sich für eine der am Chemiedepartement tätigen Forschungsgruppen entscheiden. Manche Studenten wählen auch eine externe akademische oder industrielle Einrichtung für die praktische Arbeit. Dies ist zulässig, solange das Projekt vom Departement genehmigt und von einem der Professoren des Departements betreut wird.

Akademische und berufliche Perspektiven
Das Studium befähigt die Studierenden für ein breites Beschäftigungsspektrum. Mehr als die Hälfte der Studierenden entscheidet sich für ein Doktorat in Freiburg, häufig im englischsprachigen Ausland. Während des dritten oder vierten Jahres des Doktoratsstudiums lernen sie, selbständige Forschungsarbeiten durchzuführen. Potenzielle Arbeitgeber für Master- und Ph.D.-Absolventeninnen und Absolventen sind die Pharmaindustrie, die chemische Industrie, die Lebensmittelindustrie, Lieferanten von Ausrüstung zur chemischen Analyse und Forschung, kantonale oder eidgenössische Kontroll- und Aufsichtsbehörden oder Medikamentenzulassungsstellen. Einige Absolventinnen und Absolventen verfolgen Karrieren ausserhalb der klassischen chemischen Profession, z.B. in einem IT-Unternehmen oder einer NGO. Eine sehr wettbewerbsintensive, doch ebenso interessante Option ist es, eine Laufbahn in der akademischen Forschung oder Ausbildung einzuschlagen. Dafür muss zunächst meist eine fortschrittliche (Post-Doc) Forschungsarbeit an einer angesehenen Universität oder in einem ausländischen Labor absolviert werden.
Eine weitere wichtige Karriereoption ist die Ausbildung für den Unterricht an Maturitätsschulen (siehe «Unterricht an der Sekundarstufe»).

Studienaufbau

Studienstruktur

90 ECTS-Kreditpunkte, 3 Semester

Studienplan

http://www.unifr.ch/science/plans/plans_d.php

Zulassung

Masterstudiengänge bauen auf den im Bachelorstudium erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten auf.

Ohne zusätzliche Anforderungen zum Master zugelassen werden kann, wer über einen schweizerischen universitären Bachelorabschluss in der gleichen Studienrichtung (d.h. einen Bachelorabschluss mit mindestens 60 ECTS-Kreditpunkten in der Studienrichtung des angestrebten Masters) verfügt. Gleiches gilt für von der Universität Freiburg anerkannte und als gleichwertig eingestufte ausländische universitäre Bachelorabschlüsse.

Mit Bedingungen (vor dem Masterstudium zu erfüllen) oder Auflagen (während dem Masterstudium zu erfüllen) kann zum Master zugelassen werden, wer über einen schweizerischen oder einen von der Universität Freiburg anerkannten und als gleichwertig eingestuften ausländischen universitären Bachelorabschluss in einer anderen Studienrichtung verfügt. Gemäss geltenden Abkommen, kann mit Bedingungen oder Auflagen auch zugelassen werden, wer über einen Bachelorabschluss einer schweizerischen Fachhochschule verfügt.

Die jeweiligen Zulassungsbedingungen der einzelnen Masterprogramme bleiben vorbehalten.

Varianten

Wird auch als Nebenprogramm angeboten (30 ECTS-Kreditpunkte).