Politikwissenschaft

Kurzbeschreibung

Die Politikwissenschaft behandelt einige der wichtigsten Fragen unserer Zeit: Wie rechtfertigt sich politische Macht und welche Bedingungen braucht stabile Demokratie? Wie lässt sich die Anziehungskraft autoritärer Herrschaft erklären? Warum kommt es zu zwischenstaatlichen Konflikten und welche Bedingungen braucht stabiler Frieden? Wie erklärt sich gesellschaftliche und ökonomische Ungleichheit und welche Folgen hat sie? Das Studium der Politikwissenschaft in Freiburg verschreibt sich diesen und vielen weiteren essenziellen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und vermittelt analytische Kompetenzen und methodische Fähigkeiten zu ihrer systematischen und empirischen Beantwortung.
Während des Bachelor-Studiums in Politikwissenschaft besuchen Studierende Veranstaltungen zur vergleichenden Analyse politischer Systeme und ihrer institutionellen Komponenten, zu politischen Einstellungen und politischem Verhalten, zu internationalen und transnationalen Beziehungen sowie zu politischer Ökonomie, Policyforschung und gesellschaftlicher Ungleichheit. Sie können zudem Veranstaltungen in politischer Philosophie zu Gerechtigkeits-, Demokratie- und Erkenntnistheorie belegen und erwerben Kenntnisse in qualitativer und quantitativer Forschungsmethodik sowie im Datenanalyse-Tool R/RStudio.

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    Profil des Studienprogramms

    Ein Schwerpunkt des Studiums liegt auf der vergleichenden Analyse politischer Regime, Einstellungen und Verhaltens. Dabei werden neben Westeuropa regelmässig politische Systeme Osteuropas und anderer Weltregionen einbezogen. Dieser Fokus ist schweizweit einzigartig.

    Freiburger Profil
    Das Studium kann vollständig auf Deutsch absolviert werden. Einige wenige Pflichtveranstaltungen sind deutsch- oder englischsprachig. Es werden jedoch in jedem Semester französischsprachige Veranstaltungen angeboten, sodass das Studium auch für frankophone Studierende mit Deutsch-Grundkenntnissen geeignet ist. Das Modul 6 kann vollständig auf französisch absolviert werden.

    Das Bachelorprogramm ist in fünf Grundmodule und ein Wahlpflichtmodul gegliedert:

    Modul 1: Grundlagen und Methoden
    Dieses Modul vermittelt Grundkenntnisse der empirischen Politikwissenschaft. Die obligatorische Vorlesung «Einführung in die Politikwissenschaft» gibt einen Überblick der politikwissenschaftlichen Teildisziplinen. Die restlichen Veranstaltungen vermitteln quantitative und qualitative Forschungsmethoden, Kenntnisse in der open-source-Programmiersprache R zur Datenanalyse, sowie Forschungsdesign und wissenschaftliches Schreiben.

    Modul 2: Demokratie und Autokratie
    Das Modul stellt den Vergleich politischer Regime und ihrer Institutionen, Akteure und politischer Kulturen in den Mittelpunkt und behandelt darüber hinaus auch die Leistungsfähigkeit und die Legitimationsgrundlagen demokratischer und autoritärer Herrschaft. Der regionale Schwerpunkt in diesem Modul liegt auf Osteuropa, es werden jedoch regelmässig auch andere Weltregionen, sowie regelmässig auch Schweizer Politik in den Blick genommen.

    Modul 3: Europe in a complex world
    In diesem Modul werden Themen zwischenstaatlicher Konflikte und Kooperation behandelt: Krieg und Frieden, nationale Interessen und Sicherheitsfragen, internationale Organisationen, (neo)koloniale Beziehungen, Menschenrechte und internationales Recht. Teil dieses Moduls sind auch Veranstaltungen zu transnationalen Beziehungen zwischen Gesellschaftsakteuren wie sozialen Bewegungen und internationalen NGOs sowie grenzübergreifende politische Kulturen und gesellschaftliche Austauschbeziehungen. Im regionalen Fokus steht Europa mit seinen Beziehungen in die Welt, es werden aber auch Veranstaltungen ohne Europafokus angeboten, insbesondere zu Ländern des so genannten «Globalen Südens».

    Modul 4: Gleichheit und Ungleichheit im politischen Prozess
    Das Modul verbindet Veranstaltungen zu (internationaler) politischer Ökonomie, Policyforschung und gesellschaftlicher (Un)gleichheit etwa aus den Gender Studies. Teil des Moduls sind auch fakultative Veranstaltungen zu Wohlfahrtsstaat und Sozialpolitik. In allen Veranstaltungen des Moduls geht es um die Verteilung von ökonomischen Ressourcen oder gesellschaftlichem Status und politikwissenschaftlichen Erklärungen dieser Phänomene. Ins Modul integriert werden darüber hinaus Veranstaltungen der politischen Theorie zu Themen der Gerechtigkeit.

    Modul 5: Vertiefung Vergleichende Politikwissenschaft
    Das Modul POL05 vertieft das Angebot der Vergleichenden Politikwissenschaft und setzt damit den inhaltlichen Schwerpunkt des Studiums der Politikwissenschaft. Die obligatorische Vorlesung vertieft Themen der vergleichenden Analyse politischer Institutionen, Einstellungen und/oder Verhaltensmuster in verschiedenen politischen Regimen. Verpflichtend ist in diesem Modul ausserdem die Teilnahme an einer vertiefenden Veranstaltung zu quantitativen Forschungsmethoden. Die Seminararbeit in diesem Modul gibt Gelegenheit, eine eigene empirische Datenanalyse (qualitativ oder quantitativ) umzusetzen.

    Modul 6/7: Wahlpflicht Politische Soziologie oder Politische Anthropologie
    In diesem Modul besuchen Studierende politikwissenschaftlich relevante Kurse, die von den Partnerprogrammen «Sociologie» (grösstenteils französischsprachig) und «Sozialanthropologie» (grösstenteils deutschsprachig) zusammengestellt werden.

    Ausbildungsziele und Berufsperspektiven
    Das Studium der Politikwissenschaft vermittelt ein breites Wissen über politische Institutionen, Prozesse, Ideen und Konflikte im nationalen, europäischen und internationalen Kontext – eine Grundlage für die Analyse komplexer gesellschaftlicher Situationen. Studierende erwerben Kompetenzen für Projektleitung, Bewertung politischer oder organisatorischer Massnahmen und die Formulierung fundierter Empfehlungen. Sie lernen zudem, Daten zu verstehen, aufzubereiten und mit der Statistiksoftware R zu analysieren sowie quantitative und qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung anzuwenden.
    Absolventinnen und Absolventen arbeiten in vielfältigen Berufsfeldern, etwa in der öffentlichen Verwaltung, bei Parteien, Parlamenten, Verbänden, Gewerkschaften, NGOs und internationalen Organisationen, in der Medien- und Kommunikationsbranche, in der Markt- und Meinungsforschung, in der Unternehmensberatung sowie in Wissenschaft und Forschung. Das Studium bietet eine solide Basis für weiterführende sozialwissenschaftliche Studiengänge und das Doktorat. Zur Förderung der Berufsorientierung kann ein fakultatives Berufspraktikum oder ein politikwissenschaftliches Praktikum absolviert werden.

Studienaufbau

Studienstruktur

120 ECTS-Kreditpunkte + 60 ECTS-Kreditpunkte in einem Nebenprogramm nach Wahl, 6 Semester

Studienplan

Zulassung

Folgende schweizerische Vorbildungsausweise berechtigen zur Zulassung zum Bachelorstudium an der Universität Freiburg:

  • Schweizerische oder schweizerisch anerkannte kantonale gymnasiale Maturität
  • Berufs- oder Fachmaturitätsausweis + Zeugnis über die Ergänzungsprüfung der Schweizer Maturitätskommission (Passerelle)
  • Bachelorabschluss einer schweizerischen universitären Hochschule, einer anerkannten schweizerischen Fachhochschule (FH) oder pädagogischen Hochschule (PH)

Eine Liste aller weiteren anerkannten schweizerischen Vorbildungsausweise befindet sich auf der Webseite von swissuniversities: https://studies.unifr.ch/go/de-admission-swisscertificates

Ausländische Vorbildungsausweise werden grundsätzlich nur anerkannt, wenn sie im Wesentlichen einer schweizerischen gymnasialen Maturität entsprechen. Sie müssen einen allgemein bildenden Charakter aufweisen. Als allgemein bildend gilt ein ausländischer Vorbildungsausweis, wenn unter anderem in den letzten drei Schuljahren der Sekundarstufe II durchgehend mindestens sechs allgemein bildende, voneinander unabhängige Fächer gemäss folgender Liste absolviert wurden:

  1. Unterrichtssprache (der Schule)
  2. Zweitsprache (eine Fremdsprache)
  3. Mathematik
  4. Naturwissenschaften (Biologie oder Physik oder Chemie)
  5. Geistes- und Sozialwissenschaften (Geographie oder Geschichte oder Wirtschaft/Recht)
  6. Frei wählbar (Informatik oder Philosophie oder eine zusätzliche Sprache oder ein Fach aus den Fächergruppen 4 oder 5)

Die allgemeinen sowie die länderspezifischen Mindestanforderungen für ausländische Vorbildungsausweise für die Zulassung zum Bachelorstudium an der Universität Freiburg befinden sich auf der Webseite von swissuniversities: https://studies.unifr.ch/go/de-admission-countries
Zusätzlich muss der Nachweis ausreichender Deutsch- oder Französischkenntnisse erbracht werden.
Alle Richtlinien sind abrufbar unter: https://studies.unifr.ch/go/adm-guidelines

Als Grundlage für die Bewertung von ausländischen Vorbildungsausweisen gelten die «Empfehlungen für die Bewertung ausländischer Reifezeugnisse» verabschiedet von der Kammer universitäre Hochschulen von swissuniversities am 21.11.2024 (https://studies.unifr.ch/go/swissuniversities24de). Die Zulassungsbestimmungen sind jeweils für das angegebene akademische Jahr gültig. Das Rektorat der Universität Freiburg behält sich das Recht vor, sie jederzeit zu ändern.

Varianten

Wird auch als Nebenprogramm angeboten (60 ECTS-Kreditpunkte).

Nebenprogramme nach Wahl

Eckpunkte

Verliehener Titel

Bachelor of Arts

Studiensprachen

Studium auf Deutsch. Viele Veranstaltungen werden auch auf Französisch angeboten, einige auf Englisch.

Studienbeginn

Studienbeginn im Herbstsemester (September) oder im Frühlingssemester (Februar)

Zugang zu weiterführenden Studien

Dieses Bachelorprogramm gibt Zugang zu den Masterprogrammen Osteuropa-Studien und Europastudien.

Kontakt

Philosophische Fakultät
Departement für Europastudien und Slavistik
Pauline Dummermuth, Studienberaterin
pauline.dummermuth@unifr.ch
Marlies Vaucher, Sekretärin
marlies.vaucher@unifr.ch
https://studies.unifr.ch/go/de-politicalscience